Wärmepumpen, Klimaschutz, Nachwuchs: Handwerksmeister im Landkreis Harburg blicken in die Zukunft

Wärmepumpen, Klimaschutz, Nachwuchs: Handwerksmeister im Landkreis Harburg blicken in die Zukunft

Die Energiewende bringt Bewegung ins Handwerk: Bei der Frühjahrsversammlung der Innung für Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik im Landkreis Harburg drehte sich alles um neue Technologien, gesetzliche Veränderungen und die Nachwuchsförderung.

Rund 100 Fachleute aus dem Handwerk versammelten sich im Hittfelder Gasthof Zur Linde, um sich über aktuelle Trends und Herausforderungen in ihrer Branche auszutauschen. Im Fokus stand dabei vor allem ein Thema: Die Wärmepumpe – und wie sie sich mit den jüngsten Gesetzesänderungen rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vereinbaren lässt.

Wärmepumpen bleiben zentral – trotz Gesetzeswirrwarr

Energieexperte Christoph Hurst von der Bosch Thermotechnik GmbH gab den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die technischen Entwicklungen sowie die geplante Novellierung des GEG. Auch wenn vieles noch im Fluss sei, machte Hurst deutlich: Der Einbau von Wärmepumpen sei weiterhin möglich – und gewünscht. „Es geht nicht darum, alles neu zu machen, sondern den CO₂-Ausstoß intelligent zu senken“, erklärte er.

Besonders gefragt seien flexible, einfach umsetzbare Lösungen. Ein zentraler Punkt: die Kombination von Wärmepumpen mit Photovoltaikanlagen – ein Konzept mit Zukunft, aber auch Herausforderungen. „Gerade im Winter, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, liefert die Sonne oft am wenigsten“, so Hurst. Auch natürliche Kältemittel rückten verstärkt in den Fokus nachhaltiger Heiztechnik.

Handwerk kooperiert bei Energiewende enger – Nachwuchs gut aufgestellt

Corinna Kluth, Obermeisterin der Innung, betonte die zunehmende Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Gewerken – insbesondere mit Elektrikern und Dachdeckern – beim Thema erneuerbare Energien. „Nur gemeinsam kann die Energiewende im Gebäudesektor gelingen“, so Kluth.

Erfreuliche Nachrichten gab es auch aus der Ausbildungswelt: Aktuell lernen rund 100 junge Menschen im Landkreis Harburg einen Beruf im SHK-Handwerk. Die Ausbildungszahlen seien stabil, berichtete Berufsschullehrer Andreas Rohde. Zudem kündigte Kluth an, dass ab dem kommenden Jahr die Gesellenprüfungen digital ablaufen sollen – eine kleine Revolution in der handwerklichen Ausbildung.

Digitalisierung und Engagement stärken das Handwerk

Lehrlingswart Bastian Krüger rief die Betriebe dazu auf, sich noch stärker in die Prüfungsarbeit einzubringen: „Wir freuen uns über jeden weiteren engagierten Prüfer aus der Praxis.“ Auch Ehrenmeister Norbert Saria wurde für seinen Einsatz im Bereich der Ausbildungsnachhilfe gewürdigt – ein wichtiges Zeichen für gelebte Unterstützung innerhalb der Handwerksgemeinschaft.

Fazit: Die Veranstaltung in Hittfeld zeigte eindrucksvoll, wie das Handwerk die Herausforderungen der Energiewende aktiv annimmt – mit technischem Know-how, gesetzlichem Überblick und starkem Engagement für die nächste Generation.

Quelle: handwerk-lk-harburg.de