Azubis finden: Strategien für das kommende Ausbildungsjahr

Azubis finden: Strategien für das kommende Ausbildungsjahr

Das Ausbildungsjahr 2025 hat gerade begonnen – und viele Handwerksbetriebe stehen bereits jetzt vor einer Herausforderung: Offene Lehrstellen bleiben noch immer unbesetzt. Doch wer jetzt denkt, der Zug sei abgefahren, sollte umdenken. Mit der richtigen Strategie können Unternehmen nicht nur kurzfristig Bewerberinnen und Bewerber gewinnen, sondern sich auch optimal für das kommende Jahr aufstellen.

Lehrstellen im Überfluss – Bewerber Mangelware

Laut aktuellen Branchenumfragen blieben im vergangenen Jahr fast 40 Prozent der Handwerksbetriebe auf offenen Ausbildungsplätzen sitzen. Ein Grund: Die Zahl der Bewerbungen ist deutlich gesunken, während die Konkurrenz um motivierte Schulabgänger immer stärker wird. Besonders alarmierend: Rund die Hälfte der Jugendlichen hat gleich mehrere Angebote in der Tasche. Wer als Betrieb nicht auffällt, geht schnell in der Masse unter.

Vier Wege, um 2026 nicht wieder vor leeren Lehrbänken zu stehen

1. Frühzeitig sichtbar werden

Die Zeiten, in denen sich Schulabgänger von selbst bewarben, sind vorbei. Heute entscheiden oft Studienwünsche oder attraktivere Angebote der Konkurrenz. Betriebe müssen ihre Vorteile klar kommunizieren: Arbeitszeiten, Gehalt, Urlaubsanspruch, Weiterbildungsmöglichkeiten – all das gehört prominent auf die Website und in Stellenanzeigen.
Besonders effektiv: Storytelling. Wer authentische Einblicke in den Arbeitsalltag gibt, bleibt im Gedächtnis. Ein Beispiel sind Handwerksbetriebe, die ihre Azubis auf Ausbildungsmessen mitnehmen und so Hemmschwellen abbauen.

2. Google als Bewerbermagnet nutzen

83 Prozent der Jugendlichen suchen ihre Lehrstelle über Google. Trotzdem setzen weniger als 20 Prozent der Betriebe auf eine gezielte Online-Strategie.

2. Wichtige Tipps:

  • Stellenanzeigen immer als HTML-Seite und nicht als PDF hochladen.
  • Direkte Bewerbungsmöglichkeiten ohne komplizierte Registrierung anbieten.
  • Keywords nutzen, die Jugendliche tatsächlich eingeben – etwa „Ausbildung Tischler 2026 m/w/d“ statt „Schüler m/w/d“.

3. Bewerbungen einfach machen

Je mehr Unterlagen gefordert werden, desto eher springen Interessenten ab. Schnelle, unkomplizierte Bewerbungswege erhöhen die Chancen deutlich.
Betriebe sollten deshalb prüfen, ob für eine erste Kontaktaufnahme nicht auch ein kurzer Lebenslauf oder sogar ein Online-Formular reicht.

4. Nicht zu früh aufgeben

Viele Jugendliche entscheiden sich erst kurz vor Ausbildungsstart. 17 Prozent bewerben sich sogar erst nach dem Schulabschluss im Sommer.
Auch Studienabbrecher sind oft kurzfristig verfügbar – und bringen wertvolle Lebenserfahrung mit. Wer seine Türen lange offen hält, erhöht die Chance auf passende Kandidaten erheblich.

Jetzt handeln – für morgen punkten

Auch wenn das Ausbildungsjahr 2025 bereits läuft: Wer jetzt in Sichtbarkeit, einfache Prozesse und zielgruppengerechte Ansprache investiert, startet 2026 mit einem deutlichen Vorsprung. Der Schlüssel liegt darin, früh und kontinuierlich präsent zu sein – sowohl online als auch im persönlichen Kontakt.

Quelle: Verbandszeitung genau