Abmahnkosten vermeiden: Vorsicht bei Bildern und Videos im Netz
Das Internet lebt von Bildern, Videos und Musik – doch wer fremde Inhalte ungeprüft auf seiner Website oder in sozialen Netzwerken teilt, riskiert teure Abmahnungen. Besonders betroffen sind Selbstständige, kleine Unternehmen und Vereine, die ihre Reichweite über Facebook, Instagram, TikTok oder eigene Webseiten steigern wollen. Was viele nicht wissen: Urheberrechte gelten auch Jahre nach der Veröffentlichung, und Verstöße können hohe Kosten nach sich ziehen.
Abmahnkosten in fünfstelliger Höhe
Ein aktueller Fall zeigt, wie teuer das werden kann. Für die Nutzung von lediglich fünf Fotos auf Facebook-Beiträgen verlangte ein Rechteinhaber satte 16.000 Euro und das, obwohl die Bilder bereits 2019 hochgeladen wurden. Da eine dauerhafte Nutzungsabsicht unterstellt wurde, kamen zusätzlich Zinsen für den gesamten Zeitraum hinzu. Die Botschaft ist klar: Wer unrechtmäßig fremde Inhalte nutzt, haftet oft nicht nur für die eigentliche Abmahnung, sondern auch für Folgeforderungen.
Vorsicht auch bei KI-Inhalten
Besonders brisant: Auch von Künstlicher Intelligenz erzeugte Texte, Bilder oder Videos sind nicht automatisch frei verwendbar. Zwar werben viele Tools mit unkomplizierten Ergebnissen, doch rechtlich bleibt oft unklar, wem die Urheberrechte gehören. Deshalb raten Experten, im Zweifel immer auf lizenzfreie Inhalte zurückzugreifen oder eigene Medien zu erstellen.
So schützt man sich vor rechtlichen Folgen
Juristen empfehlen, bestehende Webseiten und Social-Media-Auftritte regelmäßig auf mögliche Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen. Nicht mehr benötigte Accounts sollten komplett gelöscht werden, um unnötige Risiken auszuschließen. Für Unternehmen und Handwerksbetriebe gilt: Eine klare Content-Strategie mit geprüften oder selbst erstellten Inhalten schützt nicht nur vor Abmahnungen, sondern wirkt auch professioneller.
Rechtliche Grundlagen
Urheberrechte betreffen nicht nur Fotos und Videos. Auch Musikstücke, Texte oder Grafiken sind geschützt und dürfen nicht ohne Zustimmung der Urheber genutzt werden. Selbst das Kopieren kurzer Textausschnitte kann eine Verletzung darstellen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Quellen wie lizenzfreie Bilddatenbanken zurückgreifen oder sich eine schriftliche Erlaubnis vom Urheber einholen.
Fazit
Der Traum von Reichweite und Sichtbarkeit im Netz kann schnell zum Albtraum werden, wenn fremde Inhalte ungeprüft übernommen werden. Eine kurze Recherche oder die Investition in lizenzfreie Medien ist in jedem Fall günstiger als eine Abmahnung in fünfstelliger Höhe.
Quelle: Magazin Norddeutsches Handwerk