Erfolgreich ins Berufsleben starten: Drei Tipps gegen Ausbildungsabbrüche
In Deutschland wird fast jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig beendet – ein Problem, das viele Betriebe kennen. Dabei lässt sich mit den richtigen Maßnahmen ein stabiler und erfolgreicher Start in die Ausbildung gestalten. Ausbildungsexperte Eduard Janzen ist überzeugt: Vor allem im Handwerk liegen große Chancen, junge Menschen langfristig zu binden.
Tipp 1: Sicherheit vermitteln – Azubis brauchen Stabilität
Junge Menschen, die frisch in den Beruf starten, befinden sich in einer Phase voller Veränderungen: Sie lösen sich von Eltern, orientieren sich neu und sind oft unsicher. Umso wichtiger ist es, dass Betriebe vom ersten Tag an ein Gefühl von Stabilität vermitteln.
Ein vorbereiteter Arbeitsplatz, ein fester Ansprechpartner und regelmäßiger Kontakt schon vor Ausbildungsbeginn können entscheidend sein. Wer neue Azubis bereits früh einbindet – etwa über einen Probetag oder die Firmen-Chatgruppe – signalisiert Verlässlichkeit und Zugehörigkeit.
Tipp 2: Feedback in Echtzeit – Kommunikation auf Augenhöhe
Während früher galt „Kein Lob ist genug Lob“, erwarten junge Menschen heute Rückmeldungen fast in Echtzeit. Gewöhnt an Social Media sind sie es, auf ihre Handlungen sofort Reaktionen zu bekommen. Bleibt Feedback aus, entsteht schnell Unsicherheit.
Ausbilder sollten daher kontinuierlich Rückmeldung geben – sowohl Lob als auch konstruktive Kritik. Wichtig ist eine offene, respektvolle Gesprächskultur: Fehler nicht unter den Teppich kehren, sondern gemeinsam Lösungen entwickeln. So lernen Azubis, dass Scheitern Teil des Prozesses ist und zur persönlichen Entwicklung beiträgt.
Tipp 3: Vorbild sein – Werte vorleben statt predigen
Ob Pünktlichkeit, Sorgfalt oder Teamgeist: Wer bestimmte Eigenschaften von seinen Auszubildenden erwartet, muss diese auch selbst konsequent zeigen. Junge Menschen orientieren sich stark an Vorbildern. Der direkte Vorgesetzte ist dabei oft die wichtigste Bezugsperson.
Authentizität und Glaubwürdigkeit sind entscheidend. Wer von Azubis erwartet, das Handy nur in Pausen zu nutzen, sollte dies auch selbst beherzigen.
Warum gerade das Handwerk überzeugt
Das Handwerk hat in Zeiten von Sinnsuche und dem Wunsch nach Sicherheit eine besondere Stärke: Junge Menschen wollen heute spüren, dass ihre Arbeit zählt. Mit eigenen Händen etwas zu schaffen, das bleibt, bietet genau diese Erfüllung.
Gelingt es Betrieben zudem, eine stabile Beziehung aufzubauen und emotionale Sicherheit zu vermitteln, sinkt die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs erheblich.
Fazit
Die hohe Abbruchquote in der Ausbildung ist kein Schicksal. Wer jungen Menschen Sicherheit gibt, ehrlich Feedback vermittelt und als echtes Vorbild agiert, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Besonders das Handwerk hat hier die Chance, sich als attraktiver und verlässlicher Partner für die Fachkräfte von morgen zu positionieren.
Quelle: Magazin Norddeutsches Handwerk